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Gekniggte Eltern – Neue Spielräume für Erziehende

Elternbildungsmaterial mit einem inklusiven und kultursensiblen Ansatz

In einer Kooperation von eaf Thüringen und Evangelischer Erwachsenenbildung Thüringen entstand aus einer Idee von Anna Ruffert & Ute Birckner folgender Ansatz zur partizipativ – dialogischen Elternbildung. Das Konzept entwickelte sich aus der Grundfrage: Was beschäftigt Eltern tatsächlich im Rahmen ihres familiären Erziehungsalltags?

Das dreisprachiges Elternbildungsmaterial in Form eines Kartensets und Methodenanleitungen ist kein Elternratgeber. Vielmehr macht es deutlich, dass es bei Erziehungsfragen nicht DIE Antwort gibt, sondern dass verschiedene Wege und Ansätze zum Ziel führen. Schon das Lesen der Elternfragen regt zum Auseinandersetzen mit eigenen Werten und Haltungen an.

In der Eltern- und Familienbildung wird schon lange auf den Aspekt der Niedrigschwelligkeit verwiesen. Aus der Erfahrung des vorangegangenen Prozesses wurde deutlich, dass sich die Arbeit nur mit den gesammelten Elternfragen, als auch die Arbeit sowohl mit den Fragen und den Antworten, als jeweils methodisches Instrument eignet, um schnell und unkompliziert mit Eltern aller sozialer Schichten über Erziehungs- und Familienfragen ins Gespräch zu kommen.

Wie können Erziehende (im weitesten Sinne) ohne aufwändige und voraussetzungsreiche Szenarien zur Reflexion ihrer Erziehungsarbeit, des Familienalltags und des Miteinanders mit anderen Erziehenden im Umfeld erreicht werden? Wie lässt sich dabei der Ansatz der Inklusion (hier auch ausdrücklich im Sinne eines interkulturellen, integrativen Ansatzes verstanden) verwirklichen?

Insbesondere Wertefragen und andere konfliktanfällige Themen und Aspekte der Familien- und Erziehungskultur sind für nahezu alle Erziehenden als Ausgangsperspektive für Lernprozesse prädestiniert. Da, wo Familien und weitere Erziehende ihr Miteinander im Alltag gestalten, spielen Werte eine wesentliche Rolle, manchmal explizit, häufiger implizit. Ob es um Höflichkeit, Medienkonsum, Alltagskommunikation, Riten oder den Umgang mit Zeit geht – in nahezu jedem Bereich des Alltags sind Entscheidungen zu treffen, die zu Verunsicherungen oder Konflikten führen können. Im Mittelpunkt aber steht immer das Kind mit seinem Wohlergehen. „Was mache (oder sage) ich, wenn…?“ ist eine Thematik, die allen Erziehenden vertraut ist. Der vorliegende Ansatz zielt darauf, diese Situationen zum Gegenstand eines konstruktiven, reflektierten Dialogs zu machen und Erziehende im Umgang mit Widersprüchen im Alltag zu besserem Verständnis und im Handeln zu größerer Souveränität zu verhelfen.

Die unterschiedlichen Perspektiven, die sich aus der Differenz bei der Beantwortung ergeben, sind ein natürliches Potenzial für Lernprozesse. Die Methoden knüpfen bei den Kompetenzen und Stärken – nicht bei den Defiziten -der Eltern an. Im Ergebnis führt dies dazu, dass sich die Eltern schnell angesprochen fühlen und zum Austausch bereit sind und so im moderierten Dialog voneinander lernen. Alle Methoden arbeiten mit einem dialogbasierten, reflexiven, biografischen Bildungsansatz.

Material: bestehend aus Broschüre, Kartenset und Methodenanleitung.

Fortbildung: Wir empfehlen eine Fortbildung durch Landeskoordinations- und Fachstelle ThEKiZ, für den Einsatz des Elternbildungsmaterials.

Zielgruppe für die Fortbildung sind alle Erziehenden, hauptamtliche Fachkräfte und ehrenamtliche Akteure der familienbezogenen Arbeit mit mindestens pädagogischen Erfahrungen.

Einsatzgebiet:
Kitas, Familienzentren, Mehrgenerationenhäusern, Familienbildungsstätten, Kinder- und Jugendgruppen, Elternbegleitung, Erziehungs-und Familienberatung und im Kontext von Fort- und Weiterbildungen professionell Erziehender.

Neben den veröffentlichten gesammelten Elternfragen und –antworten finden Eltern im Heft thüringenweite Kontaktadressen professioneller Hilfs- und Familienbildungs- und Erholungsangebote über die Ehe-, Erziehungs-, Lebens- und Familienberatungsstellen, Familienzentren, Mehrgenerationenhäuser und Familienferienstätten.

Bei Interesse am Kartenset, der Broschüre und einer Fortbildung durch die
Landeskoordinations- und Fachstelle ThEKiZ nutzen Sie bitte unser Kontaktformular mit dem Stichwort „Gekniggte Eltern“.